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Fränkisches Wörterbuch (WBF)

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Das Fränkische Wörterbuch (WBF) ist ein Projekt der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Seit 2012 ist es an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg angesiedelt. Es steht unter der Leitung von Frau Prof. Dr. Mechthild Habermann, der Inhaberin des Lehrstuhls für Germanistische Sprachwissenschaft.

Dialektwörterbücher im deutschen Sprachraum

In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts begann die Wissenschaft, sich für eine lexikalische Dokumentation von Dialekten zu interessieren. Man beobachtete die Entwicklung einer Diglossie, einer funktionalen Differenzierung von Dialekt und Standardsprache: Dialekte wurden ausschließlich gesprochen und die überregionale Standardsprache vorwiegend geschrieben. In der Folge prognostizierten Philologen bereits seit dem frühen 19. Jahrhundert den baldigen Untergang der Dialekte und wiesen auf deren Bedeutung als lebende Denkmäler älterer Sprachstufen und als Quelle für die Geschichtswissenschaft hin.

So wurden zahlreiche Projekte zur Erstellung von Großraumwörterbüchern gegründet. Eine Übersicht zeigt die Karte „Bearbeitungsgebiete der großlandschaftlichen Wörterbücher der deutschen Dialekte“ von Werner König:

Das Fränkische Wörterbuch

Das Fränkische Wörterbuch brachte man 1913 auf den Weg, indem die Münchner Redaktion des Bayerischen Wörterbuchs auch in Franken Fragebögen verschickte. Eine eigene Kanzlei wurde 1933 in Erlangen eingerichtet (zur Geschichte des Fränkischen Wörterbuchs).

Im Verlauf von 90 Jahren wurde unter Beteiligung von tausenden ehrenamtlichen Mitarbeitern eine beträchtliche Sammlung von mundartlichen Wortbelegen zusammengetragen. Diese Belege stammen aus den bayerischen Bezirken Ober-, Mittel- und Unterfranken, sie repräsentieren zum größten Teil den ostfränkischen Dialekt, zum kleineren Teil auch rheinfränkische, schwäbische und nordbairische Mundarten.

Das Fränkische Online-Wörterbuch

Der ausschließlich physischen Sicherung diente die 2012 bis 2013 erfolgte Digitalisierung des Gesamtmaterials in Form von Bilddateien. Seit einigen Jahren wird darüber hinaus auch an der inhaltlichen Erschließung der Belege gearbeitet. Die bis jetzt nur im Original vorliegenden Belegsammlungen und Karteien werden in einem einheitlichen Datenbankformat erfasst und der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt (siehe WBF Digital).

Förderung

Dieses Projekt wird als Vorhaben der Bayerischen Akademie der Wissenschaften vom Freistaat Bayern gefördert.